Auf Wiedersehen

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Wir haben November. Unsere Rückreise steht vor der Tür. Während sich in Deutschland der Herbst in seine letzte Phase begibt und der Winter schon nicht mehr allzu fern ist, wird es hier von Tag zu Tag schöner. Die Sonne verwandelt das Meer in eine golden glitzernde Oberfläche, der Wind wirkt erfrischend und es macht Lust, hinaus zu gehen, unter strahlend blauem Himmel die Sonne zu genießen und sich an den farbenfrohen Blüten zu erfreuen, die noch nicht einer langen Trockenperiode zum Opfer gefallen sind.

Puerto Escondio – von einer ganz anderen Seite. Einer Seite, wie sie wohl die meisten Touristen erleben. Traumhafte Strände, traumhafte Temperaturen und Sonne satt.

Unsere Rückreise bedeutet nicht nur Abschied von Mexiko, sondern das Ende vom „Mexikoprojekt“. Es wird keine Fortsetzung mehr geben. Aus einem ursprünglich ganz privaten Projekt das 6 Monate andauern sollte, ist ein 2-jähriges Projekt geworden, dass jetzt zum Schluss. über 3000 interessierte Leser gefunden hatte.

Im Hinblick auf das Ende, habe ich mich die letzten Wochen zunehmend aus der aktiven Hilfe für die Tiere zurückgezogen und nur noch vereinzelt tatkräftig Hilfe geleistet. Ich habe mich mehr darauf besonnen Wege, Möglichkeiten und Menschen zu finden, die – einzeln und gemeinsam – einen Teil dazu beitragen, dass den Tieren hier weiterhin geholfen werden kann.

Ich bin überaus glücklich, dass mir dies gelungen ist. Dank der Bereitschaft von 5 Menschen, können das verbleibende Futter, die Medikamente und die übrigen Spendengelder so eingesetzt werden, dass sie noch für einige Zeit vielen Tieren helfen können.

Auch die Tiere von PEP haben wir dabei trotz der großen, unschönen Differenzen, nicht außer Acht gelassen.

Darüber hinaus habe ich noch in Einzelfällen Unterstützung zugesagt für die Zeit, in der wir noch in Mexiko sind. Diese Unterstützung ist nur noch finanzieller Natur, da ich bewirken will, dass die Leute einen Anstoß erhalten, selbst aktiv zu werden.

In den vergangenen 4 Wochen waren das die Sterilisationskosten von 4 Hündinnen, sowie die Kosten für die Behandlung von 10 weiteren Tieren, die von relativ harmlosen Infektionen über chirurgische Eingriffe bis hin zur Chemotherapie, reichen.

Auch übernimmt das Mexikoprojekt die Sterilisationskosten für die weiblichen Tiere, die an der „Heilkirche“ in Col. Marinero leben. z. Zt. sind es noch etwa 3 Tiere, die sterilisiert werden müssen. An dieser Kirche werden leider sehr häufig immer wieder neue Jungtiere (Hunde und Katzen) ausgesetzt. Ich habe mit Alejandro mehrfach diesen Ort aufgesucht und hoffe, dass er – auch nach unserem Fortgang – nicht in Vergessenheit gerät.

Ich habe u.a. auch mit Alejandro, die Familie in Col.Marinero besucht, die sich so gut sie kann, ebenfalls um ausgesetzte Tiere kümmert. Mit den Mitteln die das Mexikoprojekt zu Verfügung stellen kann und der Bereitschaft von Alejandro und den netten Schweizern, haben diese Tiere nun hoffentlich auch bessere Chancen.

Hoffnung ist es, womit wir unser Mexikoprojekt nun beenden. Wir hoffen, dass wir einigen Menschen hier ein Vorbild sein durften und sie nun Tiere als fühlende Wesen erkennen, die sich in ihrem Recht auf Leben und Unversehrtheit, sowie ihrer Notwendigkeit für Liebe und Mitgefühl, nicht von uns Menschen unterscheiden.

Wir hoffen, dass wir für einige Tiere das Leben verbesserten – auch wenn es vielleicht nur einen Augenblick der Liebe war, den wir ihnen vor ihrem Tod schenken konnten.

Wir hoffen, dass wir mit den restlichen Spendengeldern und dem Engagement der hier in Mexiko bleibenden Menschen unseres Vertrauens, auch in der nächsten Zukunft noch einigen Tieren helfen können und darüber hinaus, etwas Andauerndes wachsen kann.

Und wir hoffen, dass wir mit unserem Projekt allen Leserinnen und Lesern Mut machen konnten, sich für eine Welt ohne Schmerz und Leid und Zerstörung, einzusetzen. Wir müssen nicht darauf warten, dass irgendjemand den Anfang macht. Jede/r Einzelne ist der Anfang. Wir sind es, die die Welt zu dem machen, was sie ist. Wir können sie gestalten. Die Zukunft liegt in unseren Händen. Die Zukunft beginnt im nächsten Augenblick.

Wir danken allen die uns unterstützt haben und dazu beitrugen, dass das Mexikoprojekt möglich war. Wir bedanken uns für die Spenden, die Anteilnahme, das Interesse, die aufmunternden Worte und die tröstlichen Worte. Wir bedanken uns bei all denen, die uns gezeigt haben, dass es doch noch viele Menschen gibt, die nicht blind und taub für die Not unserer Erde und all jenen die darauf leben, sind. Dank Euch und Eurer Unterstützung konnte dem „Mexikoprojekt“ Leben eingehaucht werden.

Herzlichen Dank

Ellen & Petra

Von den "Herrchen" ihrer Mütter ausgesetzt....

...wir hoffen, ihre Chance verbessern zu können

Auch die 4 Monate alte Sanny bekommt von uns Hilfe

Diese Straßenhündin konnte sterilisiert werden ...und ihm konnten wir auch helfen

Frido heißt jetzt Milo und wird richtig geliebt .... diese Haie hatten leider weniger Glück

Unsere letzten beiden Wochen verbringen Ellen und ich als "Urlauberinnen" und genießen Puertos schöne Seiten

Sterilisationskampagne

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Vom 20.-24. September fand die Sterilisationskampagne statt. Mario war dazu mit 4 seiner besten Freunde und Kollegen extra an seinem Geburtstag von Xalapa angereist. Allesamt sehr nette Leute mit dem Herz auf dem rechten Fleck. Sie hatten nicht nur das notwendige Material, sondern auch noch Medizin und  Antiparasitenmittel – alles im Gesamtwert von 50000 pesos – gesammelt und mitgebracht.

Unser Team bestand aus den 5 Ärzten Mario, Rafa, Jaime, Toño und Ivan, dem „Fahrdienst“ Alejandro und Alvaro, Ellen und Lupita, die für die Anmeldungen und dem Ablauf zuständig waren und mir, die aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse nur irgendwie hin und her sprang, von allem ein bisschen was machte und da half, wo es gerade nötig war.

Ellen, Petra, Ivan, Rafa, Alejandro, Jaime, Tonio u.vorne Mario

Lupita, Alvaro, Ivan, Petra, Ellen, Mario, Alejandro, eine Unbekannte, Tonio, Rafa, Jaime

In der Kampagne konnten nicht nur die Tiere kastriert/sterilisiert werden, sondern auch noch gegen Parasiten behandelt und geimpft werden. Wir waren in 5 verschiedenen Stadtteilen von Puerto und haben etwa 250 Tiere behandeln können.


Leider gab es auch ein paar traurige Fälle, für die wir nichts mehr tun konnten. So fanden wir einen kleinen etwa 4 Monate alten Welpen, der sehr unterernährt und wacklig auf den Beinen war. Sein Fell zeigte viele ältere (Biss-)Wunden und wir vermuteten noch anderes zusätzlich zur Unterernährung. Wir fanden heraus, dass der kleine Kerl einen Besitzer hatte, der sich jedoch nicht um ihn kümmerte. Da ihn niemand wollte und wir keinen Platz für ihn hatten, blieb uns nur die Entscheidung zwischen zurück auf die Straße (mit der Gewissheit, dass er keinen Monat mehr überleben würde), oder ihn sanft einschlafen zu lassen. Wir entschieden uns dafür, dass letzteres humaner sei. So hielt ich den kleinen Kerl ca. 1 Stunde in meinen Armen und es schien, als bekäme er die ersten wirklichen Streicheleinheiten seines Lebens. Nachdem er genug gefressen hatte, entspannte er sich auf meinem Schoss zusehnst und schlief schließlich erschöpft ein. Die Spritze die er bekam, wirkte langsam und sanft. Er schlief einfach friedlich für immer in meinen Armen ein. Ich weiß nicht ob ich erwähnen muss, dass ich die ganze Zeit – vom Augenblick als ich den Kleinen gefunden hatte, bis ich ihn der Erde übergab – weinte.

Die TAs leisteten auch dort Hilfe, wo es keine mehr gab. So fanden ein alter und kranker Hund, als auch eine Hündin mit einem üblen Bruch (das Fleisch war schon faulig und Amputation nicht möglich) durch ihre Hilfe Erlösung.

In den letzten Minuten seines Lebens vom "Herrchen" einfach alleine liegen gelassen

Ein rechtzeitiger Besuch beim TA hätte da heilen können

So gut es eben geht

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Uns gelang es, zwei der Straßenhunde die in Colonia Marinero an der Heilkirche leben, zur Kampagne zu bringen. Die etwa 1-jährige Hündin hatte einen verletzten Fuß. Die komplette Innenseite des Hinterlaufs war offen und entblößte den Knochen. Leider war die Wunde nicht mehr frisch genug und die Vets konnten sie nur noch säubern und die Hündin kastrieren. Die andere Hündin – wohl ihr Junges  – war zu klein um sterilisiert zu werden. Sie bekam aber alle möglichen Impfungen. Da wir vergeblich nach einem neuen Zuhause für die beiden suchten,  gaben wir sie für 1 Woche zu Javier in die Praxis, damit sie sich ein wenig erholen und kräftigen konnten, bevor wir sie wieder zurücksetzen mussten.

Wir arbeiten noch daran, die Situation der Tiere dort zu verbessern und wollen das Jungtier noch sterilisieren lassen, bevor wir abreisen.

Die Kleine, ihre verletzte Mami und die Hoffnung auf ein Zuhause

Nach 1 Woche getrennt bei Javier, war die Wiedersehensfreude groß

Verschiedenste Umstände

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… führen oft dazu, dass man keine andere Wahl hat, als ein Tier einzuschläfern. Da geht es dann auch gar nicht darum, was man gerne würde, sondern nur noch, was man kann und welche Möglichkeiten es für das Tier gibt.

So mussten wir leider an einem Abend nach der Sterilisationskampagne, eine Hündin die wir auf dem Rückweg entdeckt hatten, auf jeden Fall einfangen, um sie zum TA zu bringen, damit dieser sie einschläfern konnte. Die Hündin war kaum ein Jahr alt und dort wo ihre Vagina war, war ein sehr großes offenes Loch rohes Fleisch und weiteres rohes Fleisch hing in Fetzen herunter. Neben den beiden Hunden aus dem vergangenen Jahr, war dies der schlimmste Fall von Vaginalkrebs, den ich gesehen hatte. Als ich mich ihr näherte um sie zu füttern, konnte ich sehen, dass unaufhörlich Blut aus ihrer Vagina heraustropfte und es war offensichtlich, dass sie Schmerzen hatte. Die Hündin befand sich auf der Hauptstraße und es war klar, dass ich sie entweder in diesem Moment oder nie fangen konnte. So gestaltete sich das Einfangen leider nicht so gut wie sonst üblich und war sehr traumatisch für alle Beteiligten. Ich konnte überhaupt nicht mehr erkennen, woher und von wem das ganze Blut kam. Aber glücklicherweise gelang es uns schließlich, die Hündin einzufangen und auf dem Weg zum TA, war sie die ganze Zeit in meinen Armen und beruhigte sich. Ich hielt sie und streichelte sie, bis ihre Seele aus ihrem Körper gewichen war.

An dem gleichen Ort wurde Ellen ein Welpe überreicht, der ab der Hüfte abwärts gelähmt war und dessen kleiner Körper auch nur aus Haut und Knochen bestand. Auch hier galt nur die Wahl zwischen bei den Leuten lassen die ihn nicht mal fütterten, oder einschläfern, denn eine andere Alternative konnten wir diesem Baby nicht geben.

Ich möchte nicht das der Eindruck entsteht, wir würden gerne und leichtfertig die Tiere einschläfern. Wenn wir eine Möglichkeit sehen, dass die Tiere aufgenommen werden können und jemand sich um sie kümmert, oder das sie sich trotz ihrer Lebenssituation wieder berappeln können, ziehen wir immer diese Alternative vor. Aber wenn es nur die Wahl zwischen dem langsamen Dahinsiechen auf der Straße gibt oder der Euthanasie, wählen wir letzteres. Das es uns selbst dabei das Herz bricht, ist Tatsache.

Happy End für Amigo und Frido

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Wer unseren Block liest hat auch gelesen, dass es in Lazaro ein verlassenes Haus gibt, wo 2 Hunde und 2 Katzen zurückgelassen wurden.

Wir waren erst täglich dort, dann – nachdem Alejandro dem  „Frauchen“ der Tiere begegnete-  nur noch sporadisch. Leider konnten wir die letzten Male immer nur einen Hund und das Katerchen sehen. Wir erfuhren von der Nachbarin, dass das „Frauchen“ nicht mehr regelmäßig käme und zuletzt, dass eine blonde Frau sich immer um die Tiere kümmern würde. Da war dann klar, dass sie Ellen meinte und das die Tiere eben immer weniger von ihrem Frauchen versorgt wurden. Für uns die große Frage: Was können wir nur tun?

In der Woche der Sterilisationskampagne kam dann das große Wunder, auf das wir hofften: Wir fanden völlig überraschend jemanden, der bereit war, den Hund aufzunehmen. Amigo – so wurde er getauft – wurde gleich mit zur Kampagne genommen und kastriert und ging anschließend mit seinem neuen Herrchen in sein neues Zuhause. Wir wissen, dass sowohl Mensch als auch Tier sehr glücklich miteinander sind.

Das Katerchen  – wir gaben ihm den Namen Frido – lebte 3 Tage bei uns und wurde von Mario und seinen Freunden mit nach Jalapa genommen. Und er wurde sogar schon adoptiert.

Amigo und Frido

Pepi (ehem. Pepino)

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Ebenso wurde in der gleichen Woche eines unserer Babys adoptiert. Pepi fand, bei einer sehr lieben jungen Frau,  ein Zuhause. Wir sind glücklich, dass unser Schützling, um den wir die ersten 7 Tage und Nächte bangen mussten, so viel Glück hatte.

Pepi hat es geschafft!

Katzenbande

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Mario und seine Freund nahmen  die übrig gebliebenen Babys mit. Neben Frido, gingen somit Caramelo, Flocke, Lea und Charlien auf die Reise nach Xalapa, um dort neue Familien zu finden. Zudem bekamen wir am letzten Tag noch einen Anruf dessen Folge war, dass ein weiteres Katerchen – ein exaktes Double von Timmy – ebenfalls die Reise nach Xalapa antrat.

Caramelo

Charlien

Flocke

Lea

Timmy

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Timmy wurde von Mario operiert. Sein Auge wurde entfernt und es war gut so, denn das Auge war mit Eiter gefüllt. Die Kugel konnte leider nicht entfernt werden, da sie zu nahe an der Arterie liegt. Das Risiko, dabei die Arterie zu treffen, ist zu groß. Timmy hat die OP sehr gut überstanden und es geht im deutlich besser, als in den letzten Wochen vor der OP.

Timmy wenige Tage nach der OP

Timmy 3 Wochen später

Vertreibungstechnik

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Hier ein Bild von einem Welpen, der mit einer kochenden Flüssigkeit übergossen wurde. Seine Mutter ist auf dem Bild nur am Rande teilweise zu sehen. Ihr erging es genauso.

Wenn die Leute hier die Hunde  – ob nun ihre eigenen oder fremde – vertreiben wollen, ist eines der gewählten Mittel, die Tiere mit einer kochenden Flüssigkeit (u.a. auch Öl) zu übergießen.

Außerhalb Puertos

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Wie ich schon in einem ältern Beitrag berichtete, brachte mir die Fahrt nach Acapulco ziemlich viel Herzschmerz, da wir an unzähligen zu Skeletten abgemagerten Tieren vorbeifuhren. Die ersten beiden Tiere die wir auf der Hinfahrt fanden, hatten sogar ein „Herrchen“. Dieser erklärte uns, kein Geld für die Versorgung der Tiere zu haben. Wir ließen etwas Hundefutter da und versprachen, erneut zu kommen.

Wir haben dieses Versprechen wahr gemacht und den Weg nach Tututla (oder Tututepec?) – 1,5 Autostunden von Puerto Escondido entfernt – gemacht. Die Hunde erkannten uns gleich wieder und begrüßten uns schwanzwedelnd. Wir spendeten 25 kg Hundefutter und Tabletten gegen Würmer. Ich hoffe, die Tiere kommen zu Kräften und die Menschen kümmern sich zukünftig etwas besser um sie.